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	<title>Brita Seifert</title>
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	<description>Künstlerin aus Roermond</description>
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		<title>Just married (III)</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 05:33:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Natürlich gibt es gute Ehen. Die Ehe meiner Eltern war großartig, bis zuletzt. Andere beneidenswerte Paare habe ich getroffen in meinem Leben. Aber der größte Teil&#8230; Man muss nicht mal weit schauen, der eigene Freundes- und Bekanntenkreis reicht. Da gibt es Geschiedene mit einem mehr oder minder schweren Grad der Verbitterung, es gibt miserable Ehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich gibt es gute Ehen. Die Ehe meiner Eltern war großartig, bis zuletzt. Andere beneidenswerte Paare habe ich getroffen in meinem Leben.</p>
<p>Aber der größte Teil&#8230; Man muss nicht mal weit schauen, der eigene Freundes- und Bekanntenkreis reicht. Da gibt es Geschiedene mit einem mehr oder minder schweren Grad der Verbitterung, es gibt miserable Ehen und auch ein paar Vernunftehen. So richtig glücklich ist kaum jemand mit seiner Situation. Das ist doch erstaunlich, denke ich manchmal, wie man auf solch einem schwankenden Seil ein Leben aufbauen kann! Wie kann es sein, dass dieser Strick nicht reisst? Haben die alle einen Sprung in der Schüssel? Vergeuden ihr Leben mit Traurigkeit und Ohnmachtsgefühlen, haben sich alle längst nichts mehr zu sagen, sind mental immer auf dem Sprung und bleiben am Ende doch beieinander hocken. </p>
<p>Aber wer weiss, vielleicht bin ich es ja, die eine Unwucht hat. Weil ich lieber allein bleibe, als an etwas Lieblosem festzuhalten. Weil ich materielle Verstrickungen niemals über mein eigenes Leben stellen würde. Und weil ich überhaupt eine hoffnungslose Romantikerin bin. Und dann, welches Urteil kann ich mir schon erlauben? Als Single?</p>
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		<title>Just married (II)</title>
		<link>http://www.britaseifert.nl/blog/2010/09/10/just-married-ii/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 22:33:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Brautpaar von gestern hat mich auch heute noch beschäftigt. Innerlich, meine ich. Es tut gut zu sehen, wie sich zwei Menschen Herz und Seele streicheln. Den Wunsch manifestieren, ein Leben lang einander verbunden zu bleiben. An dem Traum festhalten, das könnte auf ewig so bleiben. Ich würde es ihnen wünschen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Brautpaar von gestern hat mich auch heute noch beschäftigt. Innerlich, meine ich.<br />
Es tut gut zu sehen, wie sich zwei Menschen Herz und Seele streicheln. Den Wunsch manifestieren, ein Leben lang einander verbunden zu bleiben. An dem Traum festhalten, das könnte auf ewig so bleiben.</p>
<p>Ich würde es ihnen wünschen. </p>
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		<title>Just married</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 21:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das musste ja irgendwann auch mal kommen &#8211; heute hat man mich ganztägig als Hochzeitsfotografin engagiert. Meine Premiere, sozusagen. Nicht, dass ich mich drum gerissen hätte. Ich wurde einfach gefragt: &#8220;Würdest Du??? Bitte???&#8221; Wissen Sie, was mein Problem ist? Ich kann solch nette Bitten einfach nicht abschlagen. Das &#8220;Nein&#8221; kommt mir nicht von den Lippen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.britaseifert.nl/wp-content/uploads/2010/09/hochzeit-300x223.jpg" alt="Hochzeit" title="Hochzeit" width="300" height="223" class="alignleft size-medium wp-image-833" />Das musste ja irgendwann auch mal kommen &#8211; heute hat man mich ganztägig als Hochzeitsfotografin engagiert. Meine Premiere, sozusagen. Nicht, dass ich mich drum gerissen hätte. Ich wurde einfach gefragt: &#8220;Würdest Du??? Bitte???&#8221; </p>
<p>Wissen Sie, was mein Problem ist? Ich kann solch nette Bitten einfach nicht abschlagen. Das &#8220;Nein&#8221; kommt mir nicht von den Lippen, es geht nicht, verklemmt sich in meinem Mund, versteckt sich unter meiner Zunge, es schießt Purzelbäume in meinem Rachen und alles nur, um nicht ausgesprochen zu werden. </p>
<p>Als Maler schaut man ja immer ein wenig verächtlich auf die fotografierende Zunft herab: Bildmotiv gefunden, auf´s Knöpchen drücken, vielleicht hinterher noch ein wenig Photoshop, fertig. Das macht der Maler auch, vorher. Der aber muss das Ganze dann auch noch optisch ansprechend auf die Leinwand kriegen. Das ist für mich die wahre Kunst, nicht das Knöpchendrücken.</p>
<p>Gut, ich weiss, ich stehe mit meiner Meinung ziemlich alleine da, egal.</p>
<p>Professionelle Fotografen lachen mich sicher aus ob meiner naiven Herangehensweise &#8211; es gab keine vorherige Ortsbegehung, kein Ausmessen der Lichtverhältnisse, kein doppeltes Equipment, nichts. Lediglich ein paar Ersatzbatterien. Habe heute morgen meine Kamera eingepackt, bin zur Trauung gefahren und habe geknipst was das Zeug hält, Sonne im Rücken, Gegenlicht, Gewitterwolken, Regen &#8211; Holland eben, 4 Jahreszeiten an einem Tag. </p>
<p><strong>23:45 Uhr &#8211; Nachtrag</strong><br />
Gerade nach Hause gekommen und die Ausbeute des Tages gesichtet, ca. 100 Fotos, 20 davon für die Tonne, der Rest ist ganz passabel. Nun kann ich mir ein wenig Erschöpfung leisten, mich auf die Couch werfen und den Abend faul ausklingen lassen: mit einem Buch.</p>
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		<title>Scheißtag</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 18:41:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt manchmal Tage, da wacht man morgens auf und hört den Regen auf die Fensterbretter prasseln. Nur Dunkel ringsum, und man denkt: gestern ging das alles noch ohne Licht. Willkommen kalte Jahreszeit! Und wo sind jetzt eigentlich die Kaffee-Pads? Man kramt und sucht ein Weilchen, bis einem einfällt, dass man die letzten ja gestern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt manchmal Tage, da wacht man morgens auf und hört den Regen auf die Fensterbretter prasseln. Nur Dunkel ringsum, und man denkt: gestern ging das alles noch ohne Licht. Willkommen kalte Jahreszeit! Und wo sind jetzt eigentlich die Kaffee-Pads? Man kramt und sucht ein Weilchen, bis einem einfällt, dass man die letzten ja gestern schon verbraucht hat. Also ein Glas Milch stattdessen, miserable Alternative, aber besser als gar keine. Und dann sitzt man mit seinem Glas am Küchenfenster, schaut hinaus in den Regen und denkt: Ich will da nicht raus! Ich will nie wieder da hinaus! Wenigstens bis zum nächsten Frühling nicht!&#8221; Am Ende muss man doch, im Alltag ist kein Platz für Befindlichkeiten. Auf dem Weg zum Bahnhof tritt man auf etwas Glibberiges (möchte gar nicht wissen, was das war) und schrammt sich im Bemühen, den Sturz abzufangen, die Hand auf. Im Zug steigen zwei Frauen zu, die reden und reden ohne Punkt und Komma. Für einen Moment schaut man fasziniert zu um herauszufinden, ob die zwischen ihren Worten wenigstens hin und wieder Luft holen. Das Buch für die Bahnfahrt packt man gar nicht erst aus, denn: wer kann denn bei solch einer Geräuschkulisse schon lesen? Je länger die Fahrt dauert, desto mehr Wut sammelt sich im Bauch. Am Ende möchte man nur noch laut schreien: &#8220;Haltet! Doch! Endlich! Mal! Die! Fresse! Dieses pausenlose Gegacker macht einen ja irre! Schnauze! Sofort!&#8221; Macht man am Ende nicht, weil: gute Erziehung, na ja, Sie wissen schon. Wüßte allerdings gern mal, wie es Männer mit solchen Hühnern aushalten. Vielleicht sind die werten Gatten ja taub. </p>
<p>Immer klarer wird, was man beim Aufstehen schon wusste: &#8220;Nicht mein Tag! Nicht mein Tag!&#8221;</p>
<p>Und bis der Abend kommt, habe ich mir wahrscheinlich ein Loch in den Kopf gestoßen, meine Schuhe verloren, 2 Busse verpasst, ist der Suppenautomat in der Kantine direkt neben mir explodiert, hat mir ein Junkie auf die Füße gekotzt und ein Hund mich mit einem Laternenmasten verwechselt.</p>
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		<title>Lebensart</title>
		<link>http://www.britaseifert.nl/blog/2010/09/06/lebensart/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 21:59:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Sicherlich kann man durch sein eigenes Leben schlurfen, sich hin und wieder umsehen, den Blick in die Runde werfen, nur um festzustellen: es ist nicht perfekt. Irgendwas fehlt immer. Geld vielleicht oder Liebe, kleine Glitzerpunkte in der dunklen Nacht. Der goldene Löffel im Mund, eine atemberaubende berufliche Karriere, das Ferienhäuschen in der Toskana, ein bisschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicherlich kann man durch sein eigenes Leben schlurfen, sich hin und wieder umsehen, den Blick in die Runde werfen, nur um festzustellen: es ist nicht perfekt. Irgendwas fehlt immer. Geld vielleicht oder Liebe, kleine Glitzerpunkte in der dunklen Nacht. Der goldene Löffel im Mund, eine atemberaubende berufliche Karriere, das Ferienhäuschen in der Toskana, ein bisschen Glück oder mehr Freiheit im Alltag.</p>
<p>Ich könnte eine ganze Liste zusammentragen.</p>
<p>Hin und wieder würde ich etwas von meiner Liste streichen: denn plötzlich ist es da, ganz bei mir. Einfach so. Gefunden, mir zugelaufen oder zugeflogen, erarbeitet oder geschenkt bekommen. Und wissen Sie, was dann passieren würde? Ich könnte ein object of desire von meiner Liste streichen und ratzfatz stünden 2 neue Begriffe drauf. Ein Fass ohne Boden. Der gordische Knoten.</p>
<p>Und vor lauter Begehrlichkeiten sieht man den Weg vor seinen Füßen nicht mehr. Nicht die Landschaft ringsum, nicht die Sonne hoch oben.</p>
<p>Wissen Sie, ich setze mich manchmal hin und lasse den Blick schweifen über mein Leben; über die Abgründe, in die ich gefallen bin, über die Gipfel, auf die ich gekraxelt bin, und wenn mir dabei auch die Zunge bis zu den Knien hing, egal. Und dann denke ich, manno, ist doch eigentlich ganz gut gelaufen. Hast dich nie verbogen, nie mit den Wölfen heulen müssen, so mancher Kelch ging an dir vorüber. Hast kleine funkelnde Glücksmomente hin und wieder und bist noch immer auf der Reise. Und so lebendig.</p>
<p>Was eigentlich willst du noch mehr?</p>
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		<title>In memoriam</title>
		<link>http://www.britaseifert.nl/blog/2010/09/05/in-memoriam-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 11:59:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ein wenig sprachlos in diesen Tagen. Erschöpft von der zurückliegenden Woche und einem fast unmenschlichen Arbeitspensum lasse ich mich gerade ein wenig treiben. Jetzt will ich nicht erwartbar sein, nicht zuverlässig, nicht emsig, nicht gutgelaunt. Alles kann, nichts muss &#8211; es ist Wochenende. Das ist ein Vorteil, wenn man allein lebt: man muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ein wenig sprachlos in diesen Tagen. Erschöpft von der zurückliegenden Woche und einem fast unmenschlichen Arbeitspensum lasse ich mich gerade ein wenig treiben. Jetzt will ich nicht erwartbar sein, nicht zuverlässig, nicht emsig, nicht gutgelaunt.</p>
<p>Alles kann, nichts muss &#8211; es ist Wochenende.</p>
<p>Das ist ein Vorteil, wenn man allein lebt: man muss sich nicht mal anziehen. Haare wie ein Klabautermann &#8211; egal. Niemand, der sich daran stört.</p>
<p>Bin beim Recherchieren im Netz auf einen alten Artikel im Spiegel gestoßen, ganz zufällig. Der Artikel handelt von meinen Freunden Monika und Michael, die sich gemeinsam vor 5 Jahren das Leben genommen haben. Da hat sich ein dicker Finger auf eine große Wunde gelegt. Man weint dann ein bisschen, aber nichts wird gut. Keine Erleichterung stellt sich ein, und auch kein Trost.</p>
<p>Die beiden sind damals zerbrochen an ihrem Leben und an HartzIV. Meine Freundin Monika war Chefsekretärin, und für ihr ganzes Engagement warf ihr der Arbeitgeber am Monatsende 800 EUR vor die Füße. Für eine Vollzeitstelle. Michael war Aufnahmeleiter beim Fernsehen, freiberuflich. Irgendwann blieben die Jobs aus, er war zu bodenständig, ein ruhiger, verlässlicher Mann, nicht hipp genug. Schnell, intensiv, unverbindlich &#8211; so muss man heute sein. Er hat lange und mit aller Kraft nach einer neuen Aufgabe gesucht, manchmal habe ich ihm dabei geholfen. </p>
<p>Eine Sehnsucht, die sich nicht erfüllt, ist die Mohrrübe vor der Nase. Der Schmerz in der Brust. Da, wo das Herz sitzt. Er zweifelte an sich, er zweifelte an der Welt. Am Ende war er wohl ver-zweifelt.</p>
<p>Die beiden haben sich zurückgezogen, immer mehr. Wir haben uns immer seltener gesehen, vor allem auch deshalb, weil ich selbst zu beschäftigt war mit meinen kleinen Alltagssorgen. Sie kennen das vielleicht: Man denkt: Ach, rufst du eben nächste Woche mal an!, und dann kommt etwas dazwischen, oder man vergisst es. Die Abstände werden immer größer.</p>
<p>Von dem Selbstmord meiner Freunde habe ich damals aus der Zeitung erfahren. Dort stand, dass sie Schulden hatten. Dass die Dame vom Jobcenter, bei dem sich Michael gemeldet hatte, erst mal mit Auflagen kam: raus aus der Wohnung, weg mit dem Hund und dann das Auto verkaufen. Dass sich das Jobcenter bei der Berechnung des Anspruchs der Familie um 360 EUR vertan hatte. Zu Gunsten des Jobcenters natürlich. Auf die mehrfach schriftlich eingereichten Widersprüche gegen den Bescheid hat das Amt nicht reagiert. </p>
<p>Meine Freunde müssen unendlich müde gewesen sein vom Kampf an allen Fronten.</p>
<p>Wissen Sie, ich hatte keine Ahnung. Ich frage mich heute noch, ob ich etwas hätte merken müssen bei unseren letzten Treffen; ob es Anzeichen gab, die ich übersehen habe. Einen kleinen Nebensatz irgendwo, ein kleines Aufblitzen von Todessehnsucht zwischen einzelnen Worten. Aber da ist nichts, an das ich mich erinnern kann. Und ich frage mich auch, warum ich nicht intensiver nachgefragt habe; warum ich &#8211; verdammt nochmal! &#8211; immer einen Rückzieher mache und verstumme, wenn ich merke, dass mein Gegenüber nicht mehr weiter reden mag über das, was ihm schwer auf der Brust liegt. </p>
<p>Als Freundin der Familie habe ich versagt. So ist das. War nicht oft genug da für sie, habe meine Arme nicht weit genug ausgestreckt. Diese Erkenntnis hat mich damals wie ein Hammer getroffen, plötzlich und unerwartet mitten zwischen die Augen. Ich habe tagelang geweint, um meine Freunde und darüber, dass ich nicht genug auf sie geachtet habe.</p>
<p>Vielleicht hätte ich den Freitod nicht verhindern können. Aber ich hätte sicher die Entscheidung dazu ein wenig erschweren können. Ein kleines bißchen, und möglicherweise hätte diese kleine Kerze auf der dunklen Straße ja ausgereicht.</p>
<p>Für den Rest des Tages ist Schweigen angesagt. Zum Innehalten. Zum Gedenken. Und zum Bessermachen.</p>
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		<title>Liebe SPD, liebe Bundesbank,</title>
		<link>http://www.britaseifert.nl/blog/2010/09/02/liebe-spd-liebe-bundesbank/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 21:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr Sarrazin hat ein Buch geschrieben. Über dieses Buch kann man geteilter Meinung sein. Sie zeigen deutlich, wie Sie darüber denken. Das ist ein Standpunkt. Niemand kann Ihnen das verübeln. Vielleicht fragen Sie Herrn Sarrazin bei Gelegenheit einmal, wann und wo ihm die Idee zu seinem Buch gekommen ist; möglicherweise ist er spätabends ein wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herr Sarrazin hat ein Buch geschrieben. Über dieses Buch kann man geteilter Meinung sein. </p>
<p>Sie zeigen deutlich, wie Sie darüber denken. Das ist ein Standpunkt. Niemand kann Ihnen das verübeln.</p>
<p>Vielleicht fragen Sie Herrn Sarrazin bei Gelegenheit einmal, wann und wo ihm die Idee zu seinem Buch gekommen ist; möglicherweise ist er spätabends ein wenig am  Kottbusser Tor in Berlin spazieren gegangen. Da kriegt man schon ganz komische Gedanken und die abstrusesten Phantasien, kann ich Ihnen sagen. So als alte Berlinerin.</p>
<p>Wissen Sie, was ich mich allerdings frage? Als sich Herr Sarrazin vor einigen Jahren zum Thema HartzIV-Empfänger und deren Motivation geäußert hat und außerdem dazu, wieviel Geld so ein Mensch nun wirklich braucht&#8230; 3,76 Euro &#8211; Sie erinnern sich? (Ich habe extra noch einmal nachgeschlagen und recherchiert, ich war mir nicht sicher, ob ich meiner Erinnerung trauen kann.)<br />
Nach diesem Eklat, da haben Sie geschwiegen. Alle beide. Sie, liebe Bundesbank, haben ihn danach sogar noch zu Ihrem Präsidenten auserwählt.</p>
<p>Doch, ja, ich muss zugeben, ich wundere mich sehr. Scheinbar gibt es in Deutschland große Teile der Bevölkerung, die man ungestraft mit Füssen treten kann. Gute, ehrliche Leute, deren Vergehen darin besteht, keinen Job zu haben. Aus welchen Gründen auch immer. In Berlin gehört dazu nicht viel.</p>
<p>Ich habe damals Ihren Aufschrei vermisst, obwohl ich sehr darauf gewartet habe.</p>
<p>Heute schreien Sie so laut, dass der deutsche Blätterwald zu beben beginnt und zeigen mit Fingern auf jemanden, der sich Gedanken über die Mohammeds und Alis der Republik macht. So einen wollen Sie nicht länger an Ihrer Seite haben. Ich muss schon sagen, das macht mich doch sehr nachdenklich. </p>
<p>Die Wertung, meine ich.</p>
<p>Kopfschüttelnd</p>
<p>Ihre Brita Seifert</p>
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		<title>Rückschau</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 19:24:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal frage ich mich, was aus mir geworden wäre, wenn ich diesen oder jenen Weg in meinem Leben nicht genommen hätte? Bei diesem oder jenem Mann geblieben wäre? Meine kleine Heimatstadt nie verlassen hätte? Oder vor 10 Jahren in Kalifornien geblieben wäre? Und nicht so viele Jahre in Berlin? Oder einen anderen Beruf ergriffen hätte? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal frage ich mich, was aus mir geworden wäre, wenn ich diesen oder jenen Weg in meinem Leben nicht genommen hätte? Bei diesem oder jenem Mann geblieben wäre? Meine kleine Heimatstadt nie verlassen hätte? Oder vor 10 Jahren in Kalifornien geblieben wäre? Und nicht so viele Jahre in Berlin? Oder einen anderen Beruf ergriffen hätte?<br />
Was wäre ich heute? Wo wäre ich heute? Und vor allem: wer?</p>
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		<title>Selbstmord und die Folgen</title>
		<link>http://www.britaseifert.nl/blog/2010/08/31/selbstmord-und-die-folgen/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 21:29:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Da bringt sich jemand um, direkt neben mir, und ich kriege es nicht mit. Wohl habe ich den jungen Mann auf dem Bahnsteig gesehen, der sehr dicht an der Kante stand. Dass er dann aber plötzlich vor den einfahrenden Zug gesprungen ist &#8211; das habe ich nicht gesehen. Zum Glück. Einmal gesehene Bilder brennen sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da bringt sich jemand um, direkt neben mir, und ich kriege es nicht mit. Wohl habe ich den jungen Mann auf dem Bahnsteig gesehen, der sehr dicht an der Kante stand. Dass er dann aber plötzlich vor den einfahrenden Zug gesprungen ist &#8211; das habe ich nicht gesehen. Zum Glück. Einmal gesehene Bilder brennen sich für den Rest des Lebens auf meine innere Festplatte, ich werde sie nicht mehr los. Und da liegt schon einiges an grauenhaftem Zeug, abgespeichert für die Ewigkeit.</p>
<p>Warum der junge Mann gesprungen ist &#8211; wer weiss das schon? Er muss ungefähr 20 Jahre alt gewesen sein. Wahrscheinlich wird es morgen in der Zeitung stehen. Dicke Schlagzeile: &#8220;Entsetzliche Tragödie in Mittel-Limburg!&#8221;</p>
<p>Vielleicht litt er an gebrochenem Herzen, vielleicht hat er heute seinen Job verloren. Woran man eben so verzweifelt, wenn man jung ist. Er war mir unbekannt: ich bedaure ihn nicht. Wohl aber den Zugführer, der später kreidebleich auf dem Bahnsteig stand und weinte. Dessen Leben ist damit auch zerstört. Er wird sich schuldig fühlen bis ans Ende seiner Tage, der Tod wird sein ständiger Begleiter. Und er wird sich immer und immer wieder fragen: Warum? Wie hätte ich es verhindern können? War ich vielleicht nicht aufmerksam genug? Nicht schnell genug auf der Bremse?</p>
<p>Warum heißt das eigentlich Selbstmord? Mord ist immer ein Verbrechen, da kommt jemand ums Leben, der das eigentlich gar nicht will. Wenn sich nun aber jemand selbst tötet, dann ist das eine selbstgefällte Entscheidung. Eine sehr einsame. Aber bewußte. Die Konsequenzen dafür sollte nur der Lebensmüde tragen, ohne andere Menschen mit einzubeziehen. Keinen Lokführer, keine Rettungssanitäter, die vielleicht die Reste nach einem Hochhaussprung auflesen müssen, keine entgegenkommenden Autofahrer.</p>
<p>Und schon gar nicht in Holland. Niemand muss sich hier vor einen Zug stürzen. Für 17 Euro irgendwas kann sich jeder, der älter als 16 ist, bei der &#8220;Niederländischen Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende (NVVE)&#8221; einschreiben und erhält dort Rezepte für garantiert tödliche Medikamenten-Cocktails. Das ist legal hier, und für über 70-Jährige gibt es darüberhinaus auch noch die Sterbepille. Auf Rezept vom Hausarzt.</p>
<p>Mir tut jeder leid, der keinen Sinn mehr sieht. Keinen Ausweg mehr weiß. Aber&#8230; es rechtfertigt nicht jedes Mittel zum Zweck.</p>
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		<title>Gestatten? Ich bin Penner.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 16:24:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen kurzen Abstecher gemacht hinter die deutsche Grenze, um meinen neuen Personalausweis abzuholen. &#8220;Ohne Wohnsitz im Inland&#8221; steht in dem Feld, das normalerweise für die Adresse gedacht ist. Ohne Wohnsitz also &#8211; das klingt ja wie &#8220;die, die unter der Brücke schläft&#8221;. Dabei hätte sich &#8220;De Lombardije &#8211; Residence De Kloostertuin&#8221; so gut auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen kurzen Abstecher gemacht hinter die deutsche Grenze, um meinen neuen Personalausweis abzuholen.</p>
<p>&#8220;Ohne Wohnsitz im Inland&#8221; steht in dem Feld, das normalerweise für die Adresse gedacht ist. Ohne Wohnsitz also &#8211; das klingt ja wie &#8220;die, die unter der Brücke schläft&#8221;. Dabei hätte sich &#8220;De Lombardije &#8211; Residence De Kloostertuin&#8221; so gut auf dem neuen  Ausweis gemacht.</p>
<p>&#8220;Sie sind jetzt Auslandsdeutsche, da ist das eben so&#8221;, hat mir die Schalterbeamtin mürrisch erklärt.</p>
<p>Auslandsdeutsche? Bin ich jetzt deutsch oder nicht? Oder nur noch zur Hälfte, und der andere Teil ist zu Tante Antje mutiert? So schnell kann man also zu einer gespaltenen Persönlichkeit kommen, mein lieber Scholli.</p>
<p>Auslandsdeutsche. Wer denkt sich nur solche Worte aus? Ist das womöglich ein Job: Wort-Erfinder im Staatsdienst? Den hätte ich auch gern, verbeamtet natürlich. Mir würden sehr lustige Worte einfallen, jeden Tag 10 neue.</p>
<p>Und was passiert jetzt eigentlich mit mir, wenn ich mal nach Deutschland reise und in eine Ausweiskontrolle gerate? Droht mir dann die Abschiebehaft? Der Sonderzug nach Pankow? Das Bett im Kornfeld?</p>
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